Was ist ein Clown? Was machen Clowns und wie wird man Clown?
Diese Fragen werden mir oft gestellt. Und obwohl sie einfach klingen, steckt viel mehr dahinter, als man auf den ersten Blick vermutet.
In diesem Artikel bekommst du einen Einblick in die Welt der Clownerie – persönlich, ehrlich und aus meiner eigenen Erfahrung.
Was ist ein Clown?
Ein Clown ist weit mehr als eine lustige Figur mit roter Nase.
Für mich ist der Clown kein Kostüm und keine Rolle, die ich spiele. Er ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Ein naiver, offener Anteil, vielleicht sogar mein inneres Kind, das auf der Bühne Raum bekommt, um sich zu entfalten.
Ein Clown ist ehrlich. Er zeigt sich mit allem, was da ist: mit Freude, Traurigkeit, Wut und Unsicherheit und vor allem mit Scheitern.
Schon als Kind war ich fasziniert von Clown Enrico aus der Kindersendung Am dam des.
Er war nicht laut oder übertrieben, sondern vor allem warm, freundlich und nahbar.
Diese Qualität begleitet mich bis heute.
Was machen Clowns?
Clowns bringen nicht nur Menschen zum Lachen. Sie schaffen Begegnung.
Clownerie kann an ganz unterschiedlichen Orten stattfinden:
Clownerie auf der Bühne
Als Hanni Ahorn stehe ich mit eigenen Programmen auf der Bühne. Mit meinem Kinderstück „Hanni Ahorn und die Liebe“ begebe ich mich mit dem Publikum auf eine ganz besondere Suche. Und aus meinem Erwachsenenstück wurde mit der Zeit das Musikkabarett
„Liebe, Schlager und andere Katastrophen“,das ebenfalls die Liebe als zentrales Thema beinhaltet. Hier arbeite ich clownesk – ohne rote Nase, aber mit roter Brille.
Clownerie im Krankenhaus
Als Dr.in Wilma Wickel bin ich bei den CliniClowns Oberösterreich tätig und besuche sowohl Kinder als auch Erwachsene. Im Krankenhaus entstehen oft sehr leise, berührende Momente. Ein Blick, eine kleine Geste und plötzlich verändert sich die Stimmung im Raum.
Clownerie in der Schule
Als Schulclownin arbeite ich mit Kindern im Alltag. Ich komme als Schülerin in die Klassenzimmer und bin naive Freundin, Zuhörerin und Unterstützerin. Es geht nicht um ein fertiges Programm, sondern um Präsenz, Wahrnehmung und Beziehung.
Begegnungsclownerie
Bei Märkten und Festen bin ich als Clownin frei unterwegs. Ohne festes Konzept – alles entsteht im Moment. Im Mittelpunkt stehen wertschätzende Begegnungen und kleine, besondere Augenblicke, die in Erinnerung bleiben.
Clownerie im Zirkus
Diese Bühne überlasse ich lieber anderen. Clownerie im Zirkus ist für mich noch einmal eine eigene Kunst und es gibt tatsächlich wenige Zirkusclowns, die mich bisher wirklich überzeugen konnten. Ein für mich großartiger Künstler in diesem Bereich ist Anatoli Akermann beim wunderbaren Zirkus Roncalli.
Wie wird man Clown?
Clown wird man nicht von heute auf morgen.
Natürlich gibt es Ausbildungen und Workshops.
Ich selbst bin über meine Kunsttherapie-Ausbildung zur Clownerie gekommen und habe meine ersten Clownschritte unter anderem bei Kathy Tanner und Norman Taylor sowie im Theater Olé in Wien gemacht. Und in späterer Folge kamen noch viele mehr. Ein intensives Eintauchen in die Clownerie und Kennenlernen meins Clowns hat mir vor allem auch die Bühnenclownausbildung bei Theater Transit ermöglicht.
Doch Clownerie ist mehr als Technik. Es ist ein Entdecken und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit.
Ein Satz von Norman Taylor begleitet mich bis heute:
„Die Clownerie ist eine ernste Sache.“
Clown wird man durch:
- Ausprobieren
- Scheitern
- Wiederaufstehen
- und den Mut, sich wirklich zu zeigen. Mit all seinen Emotionen. Ganz ehrlich.
Es ist ein Weg, der sich ständig weiterentwickelt.
Was macht gute Clownerie aus?
Für mich sind diese Werte zentral:
- Begegnung auf Augenhöhe
- Humor ohne Bloßstellung
- Respekt gegenüber dem Publikum
- Ehrlichkeit im Spiel
Clownerie bedeutet nicht, andere lächerlich zu machen, sondern gemeinsam zu lachen.
Clown buchen – für welche Anlässe eignet sich Clownerie?
Clownerie ist vielseitig einsetzbar und passt in ganz unterschiedliche Kontexte:
- Bühne & Kleinkunst – mit eigenen Programmen und Stücken
- Schulen – als Schulclown für lebendige, achtsame Begegnungen und Unterstützung
- Krankenhäuser – als CliniClown für kleine, berührende Momente
- Feste & Märkte – als Begegnungsclown oder Walking Act
Jeder dieser Orte hat seine eigene Qualität und doch geht es immer um das Gleiche:
um echte Begegnung.
Clownerie erleben
Ob auf der Bühne, im Krankenhaus, in der Schule oder bei Veranstaltungen – Clownerie schafft Räume für Begegnung und Beziehung.
Wenn du Clownerie live erleben oder für einen Anlass buchen möchtest, freue ich mich über deine Anfrage.
Fazit: Was ist ein Clown?
Für mich ist ein Clown keine fix definierte Figur sondern ein Teil des Menschseins. Mit dem Mensch verändert sich auch der Clown.
Aber vielleicht geht es gar nicht darum, den Clown genau zu definieren.
Sondern darum, ihm Raum zu geben.
Du willst noch mehr über die Clownerie erfahren? Dann lies gerne im meinem Blogartikel „Typisch Clown, oder?“ weiter.
Wenn du dich mehr mit der Geschichte, den Arten und der Philosophie der Clowns befassen willst, kommt zu guter Letzt noch ein Buchtipp (leider nur mehr vereinzelt gebraucht erhältlich): „Faszination Clown“ von Annette Fried und Joachim Keller.





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